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Ludwig Asam

hat auf seinem Betrieb den Versuch angelegt und berichtet regelmäßig von seinen Beobachtungen.

Soja-Sortenversuch auf dem Asamhof

Ludwig Asam hat auf seinem Naturland Betrieb seit dem jahr 2010 drei Viertel der Ackerfläche mit Soja bewirtschaftet. Seine Erfahrungen mit dem Sojaanbau zeigen, dass neue, angepasste Sorten notwendig sind. Denn im Jahr 2010 war der Ertrag vergleichsweise gering. Grund ist eine fehlgeschlagene Impfung mit Rhizobien des gekauften „FixFertig Saatguts“. "Von der Unkrautbekämpfung her hatte alles geklappt. Die Saat war zwar spät mit dem 26. Mai, aber trotzdem wurden die Bohnen der Sorte Merlin am Anfang Oktober druschreif. Leider wurden jedoch nur 14 dt/ha auf meinen Feldern gedroschen. Die Ursache hierfür war eine fehlgeschlagene Saatgutimpfung. Mein Kollege Josef Niedermeier, der auf seinem Bioland-Betrieb die gleiche Sorte nachgebaut hatte und sein Saatgut selbst geimpft hatte, hatte bei gleichem Saattermin und gleicher Technik 27 dt/ha gedroschen", berichtet Ludwig Asam.

2011 führte Ludwig Asam einen Sortenversuch auf seinen Feldern durch, um Sorten zu finden, die für die Anbauregion in Bayern geeignet sind. Gleichzeitig wollte er, nach dem Fehlschlag mit der mangelhaften Impfung des Saatguts 2010, unabhängiger von den Qualitätsschwankungen beim Soja-Saatgut werden. Bei der Auswahl der neun Sorten für den Versuch wurde Wert auf die Frühreife (000) gelegt. Zum Vergleich wurden aber auch zwei spätreife (00) Sorten in den Versuch aufgenommen, die zwar eventuell ertragsstärker, aber vielleicht im Oktober nicht druschfähig sind. Beim Anbau und der Unkrautregulierung wurde Ludwig Asam von Josef Niedermeier, einem im Sojaanbau erfahrenen Bioland-Bauern, unterstützt.

Im Tagebuch können Sie die Entwicklung der Sojasorten nachvollziehen. Klicken Sie dazu einfach auf die Tagebucheinträge. Ein Dank gilt Andreas Asam für die zahlreichen Fotos. Außderm bedankt sich die Redaktion ganz herzlich bei Ludwig Asam!

5. Oktober

Vollendet

Nachdem gestern Josef Niedermaier seine Biosojabohnen bei uns im Lagerhaus abgeladen hat, haben er und mein Vater mir empfohlen, die restlichen Sojabohnensorten zu dreschen. "Lieber drischt du morgen mit 22 Prozent Feuchte und der Mähdrescher hat keinerlei Flurschaden verursacht, als dass du noch zwei Wochen auf bessere Tage im Oktober wartest und dann auch nicht trockener dreschen wirst." Manchmal muss man auch als rebellierender Junglandwirt auf die Weisheit der erfahrenen Landwirte vertrauen und die Ratschläge befolgen. Und die waren sehr gut, denn es hat schon seit etwa zweieinhalb Wochen nicht mehr geregnet und im Vergleich zum Drusch am Montag haben die restlichen Sorten jetzt, zwei Tage später, noch Blätter fallen gelassen. Warum die Blätter in diesem Jahr so schlecht abfielen, das muss uns die Wissenschaft noch beantworten. Das Phänomen zeigte sich auf sehr vielen Standorten in Südbayern, wie mir berichtet wurde.

Gedroschen waren die Sojabohnen der letzten Sorten feuchter, was durch den Anteil an kleinen grünen Stängeln oder Unkrautsamen im Erntegut zustande kam. Naya wies hierbei noch 21,7 Prozent Feuchte, Silesia 17,6 Prozent und Alligator 16,4 Prozent auf. Doch als ich sie am gleichen Abend noch im Lagerhaus reinigen ließ, hatte Naya nur noch 17 Prozent Feuchte, Silesia 16,2 Prozent und Alligator nur 15,5 Prozent. Ich würde generell empfehlen, Sojabohnen bei einer Erntefeuchte ab 14 Prozent am Tag des Drusches zu reinigen, da sie sonst über Nacht noch Feuchtigkeit aus den nassen Unkrautsamen oder Stängeln aufnehmen. Das kann sich bei den Trocknungskosten dann stark bemerkbar machen.

Heute war keine Sorte dabei, die mit ihrem Ergebnis noch den Sieg der Sorte Merlin gefährdet hat. Bei Alligator war die äußere Reihe ziemlich von Wildgebiss geprägt, aber da diese Sorte als Einzige nach Silomais stand und schärfer gestriegelt wurde, müsste sie ohnehin getrennt betrachtet werden. Von Sultana und Silesia hätte ich mir vom Augenschein her mehr Ertrag erhofft. Naya hat mich nicht so überrascht, da sie im mittleren Bereich des Stängels nicht so viele Hülsen angesetzt hatte. Als Silesia gedroschen wurde, hingen bei der äußersten Reihe immer Pflanzen am Schneidwerk fest, sodass öfters angehalten werden musste.

Ich denke, dass das erreichte Ertragsniveau im Versuch die Erträge in der Praxis widerspiegelt. Zumindest berichten uns Landwirte, die am Lagerhaus Soja anliefern, vergleichbare Ergebnisse. Der Ertrag bei Merlin im Sortenversuch war mit 37,3 dt/ha super und wurde auch von dem einen oder anderen Landwirt erzielt. Für die Zukunft wünsche ich mir natürlich Sorten für unseren Standort, die, so wie Merlin, gleichmäßig und früh abreifen und einen Durchschnittsertrag mit einer vier vorne dran liefern. Eine Bitte habe ich noch an alle, die in Zukunft Soja anbauen: Baut nie Soja auf einem Moosboden an, der beim Dreschen schiebt. Sonst gelangen zu viele Steine und Erde mit ins Erntegut, sodass man keine schöne Ware hat und große Probleme, diese zu reinigen.

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3. Oktober

Erstes Ernteglück

Heute war es endlich so weit: Sechs der neun Sorten konnten gut eingebracht werden. Die teilweise noch grünen Stängel oder Blätter in den Sorten waren letzten Endes dann doch nicht entscheidend für die Erntefeuchte. Um 13 Uhr haben wir angefangen, Merlin zu dreschen. Diese Sorte hatte 15 Prozent Feuchte, obwohl es kaum grüne Blätter oder Stängel gab. Im Vergleich dazu wies Lissabon nur noch 14,5 Prozent Feuchte auf und Moravians trotz ihres großen Kornes sogar nur 14,6 Prozent. Dabei hatte ich bezüglich Moravians schon wegen der noch sehr grünen Stängel die meisten Bedenken. Bohemians war mit 15,1 Prozent am feuchtesten. Alles in allem war ich damit schon zufrieden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr haben wir Lissabon am 12. Oktober mit grünen Hülsen und 25 Prozent Feuchte gedroschen. Da schont das Wetter dieses Jahr den Geldbeutel und die Umwelt erheblich, da man Trocknungskosten einspart. Laut Bundessortenamt müssen jedoch die Erträge auf neun Prozent runtergerechnet werden, da Sojaextraktionsschrot auf Basis von neun Prozent Wassergehalt gehandelt wird. Die österreichische Handelsnorm liegt bei 13 Prozent Feuchte, die für Getreide bei 14 Prozent. Um den Ertrag mit Getreide zu vergleichen, wäre es realistischer, diesen Bezug zu verwenden. Für mich als Landwirt zählt natürlich die Abrechnungsbasis des Erfassers...

Kommen wir zu den Fakten, welchen Ertrag die sechs Sorten an meinem Standort nun geliefert haben:

Sorte Platzierung Ertrag (dt/ha) Ertrag mit 14% Feuchte
Merlin 1 37,87 37,49
Lissabon 2 35,09 34,91
Sultana 3 34,52 34,38
Capnor 4 34,02 34,06
Naya 5 34,92 33,87
Alligator 6 34,19 33,68
Silesia 7 30,47 29,8
Moravians 8 28,53 28,36
Bohemians 9 26,02 25,73

Was beim Dreschen auch noch sehr wichtig ist: Der Mähdrescherfahrer sollte ausreichend Muße haben und seine Maschine optimal einstellen. Sind zu viele Hülsen im Erntegut, dann muss er den Korb enger einstellen, sodass kaum halbe Bohnen im Tank sind, aber auch so gut wie keine (vollen) Hülsen.

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29. September

Ein Jahr ist kein Jahr

Wer jede Woche hier im Tagebuch des Sortenversuchs vorbeischaut, der meint vielleicht, dass in der Sojabohnenwelt alles in Ordnung ist. Aber nach der Bauchlandung mit der Impfung im vergangenen Jahr scheint sich auch in diesem Jahr eine Diskrepanz in der Abreife und auch in den Erträgen abzuzeichnen. „So früh (am 19. April) im Ökolandbau Soja zu säen, ist wie bei Rot über die Ampel zu fahren! Das ist vielleicht dieses Jahr hier beim Sortenversuch gut gegangen und war möglicherweise die richtige Entscheidung. Aber generell würde ich erst Anfang Mai Soja bauen.“ So lautet das Zitat von meinem Lehrmeister Josef Niedermaier. Er hat dann doch auf seinen Flächen in Ottmaring am 20. April Merlin und Alligator ausgesät, weil die Sämaschine schon angebaut war. Gestern habe ich seine Sojaflächen nach langer Zeit mal wieder besichtigt. Und was zu sehen war, war nicht sehr erfreulich. Ottmaring liegt nur fünf Kilometer entfernt von Kissing und die Flächen von Josef Niedermaier befinden sich dort schon mehr im tertiären Hügelland. Die Sojapflanzen standen noch mit sehr grünen Blättern und grünen Stängeln dort. Nur die Hülsen waren fast alle braun und schwarz, ganz vereinzelt fanden sich noch kleine grüne. Die Pflanzen scheinen im vollen Saft zu stehen, es finden sich noch aktive Knöllchenbakterien an den Wurzeln, aber sie wissen nicht, wohin mit ihrer Energie. Öffnet man die Hülsen, kommen größtenteils kleine, von weißem Schimmel umhüllte Bohnen zum Vorschein. Dieses Phänomen tritt dieses Jahr an mehreren Standorten in Bayern auf. Mögliche Erklärungen hierfür sind Wassermangel, die feuchtkalte Witterung während der Blüte oder die zahlreichen Krankheiten, die dieses Jahr aufgetreten sind.

Bei der Inspektion der Bohnen der Sorten Bohemians und Sultana zeigen sich verschiedene Verfärbungen, die auf Krankheiten hindeuten. Dem werde ich nach der Ernte noch nachgehen, wenn ich größere Probenmuster habe.

Zur Reife in meinem Sortenversuch ist zu sagen, dass Bohemians gestern die Druschreife erlangt hat und morgen die Capnor soweit sein wird. Lissabon und Alligator scheinen die Nächsten zu sein, jedoch sind Sultana und Moravians auch nicht mehr weit von der Reife entfernt. Naya hat diese Woche im oberen Bereich ordentlich Blätter und Seitenstängel fallen lassen, sodass sie nun doch noch reif wird.

Nächste Woche Montag plane ich, mindestens die drei nun reifen Sorten zu dreschen. In den vergangenen zwei Wochen hatten wir schönes regenfreies Wetter, das sehr gut für die Reife war (bis auf die Nebel am Morgen). Was den Ertrag angeht, bin ich gespannt. Die bis jetzt bei Merlin gedroschenen Erträge anderer Landwirte reichen von 20 dt/ha bis 37 dt/ha. Die 37 dt/ha standen nur 700 Meter vom Sortenversuch entfernt beim Martin Decker. Dieser hat die Sojabohnen aber schon am 7. April gesät. Es bleibt also spannend.

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22. September

Erste Nebel ziehen auf…

Nach schön warmem Wetter, das bis letzte Woche Samstag vorherrschte, kam ein stärkerer Kälteeinbruch mit fast 30 Litern Niederschlag. Seit Dienstag haben sich die Niederschläge verflüchtigt, jedoch herrschte an jedem Morgen ein starker Nebel. Nur mittags bis nachmittags hat ab und zu kurz die Sonne rausgeschaut. Trotzdem ist der Reifeprozess bei den Sojasorten weiterhin in vollem Gange und die Wetteraussichten für die kommenden Tage sind sehr gut (Oktoberfesteinfluss).

Nach der heutigen Begutachtung würde ich Merlin in ein bis zwei nebelfreien Tagen bei warmem Wetter dreschen. Die Reifegrade der Sorten einzuschätzen, gestaltet sich immer noch etwas schwierig. Bei Bohemians ist nicht eindeutig, ob sie noch auf Platz zwei ist, oder ob Lissabon mit ihr gleichgezogen hat. Genauso schwer ist einzuschätzen, ob nun klare Unterschiede in der Reife zwischen Capnor, Lissabon, Alligator und Sultana vorhanden sind. Sultana hat seit letzter Woche sehr stark aufgeholt. Auch Naya lässt nun mittlerweile stark die Blätter fallen, nur sind bei ihr die meisten Hülsen noch grün. Besonders interessant: Naya weist an Stellen mit steinigem und kiesigem Boden schon reife Pflanzen auf. Anscheinend sind diese Stellen echte Wärmespeicher, sodass die Sojabohnen dort schneller abreifen. Das wäre ein Vorteil für "steinreiche Landwirte", da diese dann spätere Hochertragssorten wie Naya auch in unseren Klimaregionen anbauen könnten.

Vielleicht wünscht sich der eine oder andere noch einen Hinweis auf die mögliche Gewinnersorte in meinem Versuch. Selbst für mich ist das extrem schwierig einzuschätzen. Was ich klar sehe, sind Randeffekte. An den Rändern haben die Sorten teilweise doppelt so viele Hülsen angesetzt. Vor allem bei Naya fällt mir das auf. Bohemians, bei der manche Hülsen explodieren, ist hier die einzige Ausnahme. Der Randeffekt scheint der Grund dafür zu sein, dass in Parzellenversuchen, bei denen der Anteil an Rändern sehr hoch ist, die Erträge besser sind als in der Praxis. Lassen wir uns einfach überraschen.

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16. September

Bedeutung der Fruchtfolge

Eine gesunde und weite Fruchtfolge ist mit das wichtigste im Ackerbau. Das lernt jeder Landwirtschaftslehrling in der ersten Pflanzenbaulehrstunde genauso wie der Agrarwissenschaftler im Studium. Bei Soja ist die gängige Meinung, dass der Anbau von Soja nach Soja möglich ist und meist sogar Mehrerträge liefert. Ich denke zwar, dass ich trotz der fehlgeschlagenen Impfung im vergangenen Jahr aktuell mit Mehrerträgen rechnen kann. Jedoch musste ich dieses Jahr viele Krankheitsmerkmale an den Pflanzen feststellen, sodass ich Soja nach Soja in Zukunft nur noch notgedrungener Weise anbauen würde. Denn bei Bakteriosen und Peronospera ist noch nicht klar, wie sich die Krankheit, neben dem Verlust von Blättern, auf den Ertrag auswirkt. Und bei Sklerotinia stirbt die befallene Pflanze ganz ab und die Hülsen bleiben leer. Nach dieser Erfahrung würde ich Sojabohnen maximal alle drei Jahre auf derselben Fläche anbauen.

Diese Woche habe ich bei allen Sorten jeweils die gesamte Anzahl der Pflanzen und die davon mit Sklerotinia befallen auf einem Quadratmeter gezählt.

Folgende Beobachtung habe ich hierbei gemacht:

Sorte Saatstärke (Körner/) aktuelle Pflanzenzahl/ davon mit Sklerotinia befallen
Alligator 68 49 1 (2%)
Bohemians 68 58 7 (12%)
Capnor 68 57 10 (17,5%)
Lissabon 60 44 1 (2%)
Merlin 68 57 4 (7%)
Moravians 60 44 3 (7%)
Naya 60 38 1 (2,5%)
Silesia 68 56 8 (14%)
Sultana 68 59 7 (12%)

Aus dieser Beobachtung ist ersichtlich, dass es zum einen offenbar Sortenunterschiede in der Sklerotiniaresistenz gibt. Der Schaden bei Capnor ist zum Beispiel recht groß. 17,5 Prozent des Bestandes sind befallen und können gleichzeitig einen Ertragsausfall in diesem Ausmaß bedeuten. Zum anderen kann dem Sklerotiniabefall wohl auch pflanzenbaulich entgegengewirkt werden. Denn von den Sorten, die mit 60 Körnern pro Quadratmeter gesät wurden, wies keine einen Befall über zehn Prozent auf. Die dünnere Saatstärke verhindert also offenbar einen stärkeren Befall.

Erste Druschmöglichkeit!

Heute darf ich Merlin offiziell für druschfähig erklären. Druschfähig sind Sojabohnen, wenn mindestens 90 Prozent der Blätter abgeworfen und die Hülsen braun sind. Und wenn man an den Pflanzen streift, sollte man die Bohnen in den Hülsen klappern hören. Als nervenstarker Landwirt warte ich jedoch noch, bis fast alle Blätter weg und auch weitere Sorten reif sind. Die ersten Landwirte in unserer Region haben bereits gedroschen und die Sojabohnen hatten einen Wassergehalt von 14 bis 19,5 Prozent je nach Unkrautbesatz. Vorteilhaft ist es, die geernteten Sojabohnen am selben Tag zum Reinigen zu bringen. Denn nasse Unkrautsamen können die Sojabohnen feuchter werden lassen.

Bei Körnermais hat fast kein Landwirt ein Problem, ihn im November feucht zu dreschen. Bei Sojabohnen bekommt der ein oder andere schon Mitte September kalte Füße und lässt sie trotz eines gewissen Anteils an grünen Hülsen dreschen. Ich würde erst ab dem 10. Oktober langsam nervös werden...

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9. September

Kleine Sprengladungen

An der Westseite hat Bohemians keine Sorte in direkter Nachbarschaft, deshalb kann man hier das Phänomen des Hülsenplatzens besonders gut beobachten, zum Glück bisher noch in sehr geringem Ausmaß. Innerhalb des Bestandes tritt das Hülsenplatzen noch nicht auf, sodass die Auswirkungen auf den Ertrag hoffentlich gering bleiben. Bei Bohemians wäre die Pflanzenreihe am Westrand eigentlich schon druschreif, aber praktisch muss ich bis zum Dreschen schon warten, bis die komplette Sorte reif ist. Am Besten wäre es natürlich, abzuwarten, bis alle Sorten reif sind und dann alle gemeinsam zu dreschen. Aber ob man so lange warten kann? Bei einem späteren Druschtermin im Oktober treten verstärkt morgendliche Nebel auf, was die Gefahr erhöht, dass nicht alle Sorten mit einer Erntefeuchte von unter 20 Prozent gedroschen werden können.

Diese Woche sieht es so aus, als ob Merlin bei weiteren fünf schönen warmen Tagen druschreif werden kann. Im Bestand gibt es nur noch vereinzelt Blätter und leicht grüne Pflanzen.

Ein eindeutiges Bild geben auch die stärker ins Lager gegangenen Sorten Capnor, Silesia, Bohemians und teilweise Sultana ab. Bei den liegenden Pflanzen fallen die Blätter langsamer ab als bei den stehenden, da die Pflanzen, die oben liegen die Blätter der unteren überdecken. Erstaunlicherweise scheint Capnor einen Teil der Blätter auch unten zu verlieren. Alligator und Lissabon haben diese Woche einen sehr großen Reifeschritt getan und einen Großteil ihrer Blätter fallen gelassen.

Nach heutigem Stand heute würde ich die Sorten bezüglich der Abreife folgendermaßen einstufen.

1. Merlin

2. Bohemians

3. Alligator, Capnor, Lissabon

4. Moravians, Silesia, Sultana

5. Naya

Sorten, die ich auf dem gleichen Rang platziert habe, konkurrieren momentan sehr stark um die Einstufung. Ich denke, dass ich in zwei Wochen ein genaueres Bild haben werde.

Da Sklerotinia in meinem Sojasortenversuch dieses Jahr ein großes Problem darstellt, werde ich die Sorten am Wochenende zu diesem Merkmal genauer unter die Lupe nehmen.

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1. September

Hoffen auf das Oktoberfest

"Bua, die Naya wirst des Jahr mulchen müssen!" sagte mir mein Vater diese Woche. Im Vergleich zu den anderen Sorten ist bei Naya der Großteil des Bestandes dunkelgrün und nur vereinzelt werden Pflanzen gelb und reifen ganz langsam ab. Deshalb hoffe ich, dass das Wetter mit Beginn des Oktoberfests am 17. September, wie jedes Jahr, für zwei Wochen so richtig schön wird.

Momentan herrscht wieder nasses und kühles Wetter in Kissing. Nur Merlin sieht so aus, als wenn sie nach einer Woche schönem Wetter druschreif sein könnte. Die anderen Sorten schreiten in der Abreife auch voran, die eine gemächlicher als die andere. Alligator war zu Beginn noch sehr lange grün, aber sie scheint nun die anderen Sorten wie Sultana und Silesia zu überholen. Capnor wird auch immer heller, ist jedoch schwierig einzuschätzen, da sie so schön gleichmäßig liegt. Bohemians bietet am Westrand des Schlags auch ein eher unerfreuliches Bild. Dort sind vereinzelt untere Hülsen aufgeplatzt. Dafür könnten auch Hasen verantwortlich sein, aber am Boden waren noch Bohnen zu finden.

Für die Fotos bekamen ein Freund und ich bei der Aufnahme der Tagebuchfotos einen kleinen Foto-Kurs. So schön kann’s schon sein auf dem Sojafeld. Nur wenn die Sonne untergeht, dann schauen die Mücken vorbei...

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25. August

Jeden Tag ein neuer Eindruck

Während der letzten fünf Tage herrschte richtig schön heißes, sonniges Wetter mit bis zu 37°C, sodass sich die Sorten nun fast alle im Abreifeprozess befinden. Nach der Erfahrung der letzten Jahre zeigen sich nun fast täglich Unterschiede.

Die Abreife schreitet bei Merlin nun am schnellsten voran. Bohemians folgt, nur scheint sie langsamer zu reifen. Dies liegt eventuell daran, dass ein Großteil der Pflanzen ins Lager gegangen ist. Hoffentlich ist das Lager nicht so schlimm, dass die Sorten Capnor, Silesia und Bohemians nur von einer Seite gedroschen werden können. Diese Woche hat auch Alligator angefangen, die ersten Blätter abzuwerfen und sogar bei Naya wird das ein oder andere Blatt welk. Für die Abreife wäre es am Besten, wenn es weiter so heiß bleiben würde. Leider hat es am Wochenende wieder abgekühlt und nun herrschen maximal 20°C, aber zum Glück scheint die Sonne.

Kopfzerbrechen bereiten mir der Sklerotiniabefall und dessen mögliche Auswirkung auf den Ertrag. Die Befallsstärke lässt sich im Moment nur schwer abschätzen. Bei fast allen Sorten sind an vielen Pflanzen Hülsen zu erkennen, die momentan absterben und dem Anschein nach nicht gefüllt werden. Besonders bei Merlin ist mir das aufgefallen. Die Hülsenverteilung ist unterschiedlich zwischen den Sorten. Bei Sultana ist fast der komplette Stängel durchgehend voll mit Hülsen, bei Naya, Merlin und Alligator sind in der Mitte weniger zu finden und oberhalb teilweise wieder mehr. Letztendlich wird der Drusch zeigen, welche Sorte dieses Jahr mit den gegebenen Umständen am besten zurechtkam.

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18. August

Wettlauf

Begünstigt von einer schönen heißen Dreschwetterperiode während der letzten drei Tage haben fast alle Sorten mit dem Reifeprozess begonnen. Ich warte gespannt, welche zu guter Letzt als erstes reif wird. Die Sorte Bohemians hat als erste Anzeichen gezeigt, aber Merlin hat sehr stark nachgelegt und scheint jetzt vorne zu liegen. Zwischen Moravians, Sultana, Silesia und Lissabon zeigen sich bisher nur geringe Unterscheidungen in der Abreife. Auch Capnor ist schwierig einzuschätzen. Sie ist relativ hell geworden, aber die untersten Körner weisen auch schon Merkmale der Abreife auf. Nur Naya und Alligator sind eigentlich noch komplett grün. Bei Naya bleibt es weiterhin spannend, ob die Sorte am Ende reif wird. Am liebsten dreschen die Bayern halt schon Anfang September, weil man sich danach dann gemütlich und entspannt dem Oktoberfest widmen kann...

Bei manchen Sorten sind auch einzelne abgestorbene Pflanzen zu sehen. Diese einzelnen Pflanzen weisen einen starken Sklerotinia-Befall auf. Gefunden habe ich diese befallenen Pflanzen bei den Sorten Merlin, Sultana, Silesia und Capnor. Jedoch tritt der Befall in einem so geringen Umfang auf, dass dies nicht ertragsentscheidend sein wird. Aber nach zwei Jahren Soja hintereinander auf diesem Schlag würde ich nächstes Jahr nicht wieder Soja anbauen. Bei Sklerotinia-Befall ist auch eine Anbaupause zu Raps und Sonnenblumen einzuhalten, damit diese Krankheit sich nicht zu stark ausbreitet.

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12. August

Klimatische Unterschiede

Heute durfte ich bei einem beeindruckenden Besuch in der Rheinebene eine Vielzahl von Sorten bei Volker Hahn begutachten. Unter anderem waren auch die gleichen Sorten wie in meinem Versuch in Kissing mit von der Partie. Das milde Klima im Rheintal begünstigt das Wachstum der Sojabohne beachtlich. Sorten wie Sultana, Merlin und Bohemians haben dort schon mindestens die Hälfte der Blätter verloren und sind, wenn das Wetter gut bleibt, in etwa zwei Wochen druschreif. Und das, obwohl der Versuch dort eine Woche später gesät wurde. Pauschal kann man sagen, dass die Sorten in dieser Region fast drei Wochen Vorsprung haben. Naya hat dort schon komplett das oberste Hülsenbündel gebildet, hier in Kissing hingegen noch nicht alle im mittleren Bereich. Es kann auch sein, dass durch das kältere Klima hier bei manchen Sorten in der Blühphase Blüten abgeworfen wurden, sodass deshalb weniger Hülsen gebildet wurden.

Dennoch weisen momentan die Sorten Silesia, Sultana, Merlin und Alligator sehr viele Hülsen auf. Die meisten Bohnen pro Hülse sind in Silesia, Naya, Sultana und Moravians zu ertasten. Weiterhin hat Herr Recknagel heute einen Crashkurs zur Bonitierung der Standfestigkeit gegeben, sodass ich diese nun für meine Sorten vornehme.

Es werden Noten von 1 bis 9 vergeben. Die Note 1 ist die beste, 9 die schlechteste. Die Sorten, die noch am besten stehen, bekommen auch die guten Noten, da diese dann leichter zu ernten sind. Jedoch muss auch die Saatstärke beachtet werden, da in Kanada bei weiterem Reihenabstand empfohlen wird, weniger Körner pro Quadratmeter zu säen. Dann stehen die Bohnen nicht so eng in der Reihe und gehen nicht so leicht ins Lager.

Bei den Sorten, die nun eine schlechte Bewertung bekommen haben, ist meine Empfehlung, die Saatstärke zu verringern. Oder man setzt Unkrautbekämpfungsmaßnahmen wie zum Beispiel das Striegeln quer zur Saatrichtung ein, um gleichzeitig den Sojabestand zu dezimieren.

Sorte Saatstärke (Körner/m2) Note
Alligator 68 1
Merlin 68 3
Lissabon 60 2
Naya 60 1
Moravians 60 4
Sultana 68 5
Silesia 68 7
Capnor 68 9
Bohemians 68 7

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8. August

Erste Abreifeerscheinungen

Anscheinend ist Bohemians die früheste Sorte von allen. Im Rheintal zeigt Bohemians laut Herrn Recknagel bereits ersten Abreifeerscheinungen und auch bei mir im Versuch beginnt sie im unteren Bereich schon leicht gelb zu werden. Aber die nächsten Wochen werden spannend und einen weiteren Einblick geben. Bei der Standfestigkeit hat sich zur Vorwoche auch nicht viel verändert: Capnor hat sich am meisten hingelegt, trotz der Stützfrucht Distel in einer Ecke. Da war ich froh zu hören, dass unser Mähdrescher-Lohnunternehmer sich extra Soja-Ährenheber aus den USA bestellt hat, die wohl diese Woche angekommen sind. Bin mal gespannt, ob die eine Verbesserung beim Drusch bringen werden.

Diese Woche hatte ich einen Helfer, der mir bei der Hülsenaufnahme der Pflanzen behilflich war. Die meisten Hülsen haben meiner Ansicht nach Sultana, Silesia und Merlin angesetzt. Die früher reifen Sorten fangen im oberen Bereich nun an, die Hülsen komplett auszubilden. Bohemians und Alligator sehen auch nicht schlecht aus im Ansatz. Bei Capnor habe ich Angst, dass die Pflanzen, die sehr stark am Boden liegen, keine ordentlichen Hülsen bilden. Naya hat diese Woche ziemlich zugelegt und ist nun um die 90 Zentimeter hoch und sattgrün. Aber sie hat nur im unteren Bereich einen sehr gut ausgebildeten Hülsenansatz mit bis zu vier Bohnen pro Hülse. Die Nahaufnahmen der einzelnen Pflanzen mögen zwar einen Einblick über das Erntepotenzial geben, aber konkreter wird es erst, wenn die Blätter fallen.

Ansonsten war die Woche durch das schwüle, warme, dampfige und zum Teil regnerische Wetter für die Sojabohnen ganz gut, doch für die Weizenernte und Heuwerbung eine kleine Katastrophe. Einigen Landwirten hat es genau an dem Tag, als sie Heu, Stroh oder Weizen einbringen wollten, richtig reingeregnet und bis kommenden Mittwoch gibt es noch keine Aussicht auf besseres Erntewetter...

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30. Juli

Entspannung oder Verzweiflung

Wer in unserer Gegend anstelle von Erbsen oder Raps in diesem Jahr Soja angebaut hat, der konnte sich, falls das Getreide noch nicht druschreif war, in der vergangenen Woche zurücklehnen. Unter den Landwirten war ein richtiger Kampf um die Mähdrescher ausgebrochen, da gerade einmal zwei schöne Tage mit Druschwetter angesagt waren. Ich habe meine drei Hektar Erbsen zwar schon letzte Woche einem Lohnunternehmer zum Dreschen angekündigt, dieser hat mich aber am Montag im Stich gelassen, da alle Maschinen mit entsprechendem Schneidwerk in der Rapsernte im Einsatz waren. Nach Telefonaten mit neun anderen Besitzern von Mähdreschern habe ich zum Glück am Dienstag noch einen bekommen. Hätte es die 35 Liter, die nun Ende der Woche gefallen sind, in die Erbsen geregnet, wären so gut wie alle ins Lager gegangen und ein Drusch sehr, sehr schwierig geworden. Da musste ich mich an die Worte meines Vaters erinnern, dass es im September/Oktober zur Sojaernte kein Problem ist, einen Mähdrescher zu bekommen…

Diese Woche hat sich wieder ordentlich was getan bei den Sorten: Silesia und Bohemians sind wieder ein bisschen ins Lager gegangen und Capnor scheint sich auch nicht mehr nach oben zu strecken. Auch Sultana zeigt sich nun nicht mehr so standfest. Anscheinend spielen die Saatstärke und der Reihenabstand auch eine entscheidende Rolle. Die Sorten, die mit 60 Körnern/m2 gesät wurden (Moravians, Naya und Lissabon) stehen noch sehr gut. Auch Merlin und vor allem Alligator zeigen sich noch sehr standfest.

Der Hülsenansatz schreitet weiterhin stark voran. Diese Woche hatte ich keinen Helfer und konnte die Hülsenansätze der einzelnen Sorten deshalb nicht fotografieren, hoffentlich nächste Woche wieder.

Vom Wetter her würde ich mir nun richtig warmes und trockenes Wetter wünschen, damit der Weizendrusch nicht so stressig wird und auch die Sojabohnen sich weiterhin gut entwickeln können. Wasser ist jetzt genug im Boden gespeichert!

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21. Juli

Perspektiven der Wahrnehmung

Gestern war ich mit meinem Freund Felix, der mir bei der Nahaufnahme der Pflanzen behilflich war, beim Sortenversuch. Bisher wurden die Bilder meistens von der Südseite gemacht. Einige haben aber bestimmt bemerkt, dass die Frontaufnahmen der Sorten von dieser und letzter Woche von der anderen Seite, nämlich der Nordseite gemacht wurden. Der Grund ist, dass ich für die Südseite noch neue, höhere Feldschilder machen muss. Außerdem ist die Lagerneigung der Sorten von der Nordseite aus am besten erkenntlich, da die Pflanzen sich meist leicht Richtung Süden neigen.

Diese Woche präsentierten sich die Sorten in der Kategorie Standfestigkeit am besten in folgender Reihenfolge, wobei ich mit der standfestesten beginne:

  • Naya
  • Alligator/Merlin
  • Sultana/Lissabon
  • Moravians
  • Bohemians
  • Silesia
  • Capnor

Einen Schub um etwa fünf Zentimeter nach oben hat diese Woche Naya gemacht, sie ist nun etwa 75 Zentimeter hoch. Bei der Inspektion des Hülsenansatzes hat sich herausgestellt, dass Merlin ziemlich zugelegt hat und nun schon im oberen Bereich die Bohnen in die Hülsen einlagert. Die meisten ausgebildeten Hülsen sind nun bei Merlin, Sultana und Bohemians zu erkennen. Von Bohemians habe ich eine Aufnahme der Bohnen aus einer unteren Hülse gemacht.

Diese Woche war ich auch im Rottal und es war beeindruckend wie positiv sich das warme Inntal-Klima auf das Sojabohnenwachstum auswirkt. Dort waren die 00-Sorten schon so weit wie die 000-Sorten bei mir im Versuch. Die Naya habe ich auch dort gesehen und im Vergleich zu meinem Standort hat sie dort einen Vorsprung von etwa eineinhalb bis zwei Wochen.

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14. Juli

Höhen und Tiefen

Durch das warme, schwüle und teils regnerische Wetter haben sich die Sorten innerhalb der letzten Woche stark weiterentwickelt. Der Hülsenansatz und die Hülsenfüllung sind nun auch bei den späteren Sorten erkennbar.

Diese Woche wuchsen vor allem Merlin und Moravians in die Höhe und haben nun um die 1,10 Meter erreicht. Naya ist nun gute 70 Zentimeter hoch, Lissabon 95 Zentimeter, Alligator und Sultana erreichen schon 1,05 Meter. Am deutlichsten an Höhe verloren hat die Capnor. Die Sorte ist nach den Regen deutlich ins Lager gegangen und ist nun nur noch zwischen 40 und 50 Zentimeter hoch. Auch Silesia (80 bis 90 Zentimeter) und Bohemians (nun um die 80 Zentimeter) sind ein bisschen mehr ins Lager gegangen. Von Silesia stehen aber die meisten Pflanzen bei gutem Wetter wieder auf. Diese Wochen kamen einige Leute bei der Bioland Rundfahrt vorbei, die von Markus Wiggert organisiert wurde. Auch Herr Recknagel konnte den Versuch wieder begutachten und meinte, dass das momentane Lager bei den genannten Sorten noch nicht so schlimm sei.

Beim Besuch der Gruppe wurde der Knöllchenansatz bei Naya und Alligator kontrolliert. Bei Alligator war er besser, aber das hatte wahrscheinlich den Grund, dass bei Alligator die Vorfrucht Mais war. Außerdem ist der Boden, auf dem der Versuch steht sehr humos. Die Knöllchen waren relativ groß im Durchmesser. Im Vergleich zu den Knöllchen an Merlin auf dem Standort von Josef Niedermaier sind die Knöllchen bei meinen Sorten fast doppelt so groß, dafür aber etwa ein drittel weniger. Ich bin schon gespannt wie sich das ertraglich bemerkbar machen wird.

Die meisten Hülsenansätze sieht man momentan bei Sultana, Alligator und Merlin. Bei diesen zeigen sich nun auch die mittleren und teilweise auch die oberen Hülsen. Bei Bohemians und Merlin sind die Hülsen nun schon am weitesten gefüllt. Werde nächste Woche vielleicht mal die ersten Hülsen öffnen.

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7. Juli

Tierliebe

Die letzte Woche war eher schwülwarm, teilweise mit Temperatur von 32°C, wobei es schon immer wieder bewölkt war. Für die Sojabohnen war noch ausreichend Wasser im Boden vorhanden, sodass sich die Sorten gut weiterentwickeln konnten. Die Tierwelt lässt die Sojabohnen auch nicht in Ruhe, obwohl ich um die Sortenversuche herum fast 2 ha Kleegras angesät habe. Vor allem die erste Reihe der Alligator musste wieder daran glauben, wobei jetzt anscheinend hauptsächlich Rehe für den Verbiss verantwortlich sind. Eine Hasenfamilie lässt sich fast jedes Mal blicken, wenn man den Versuch besucht. Anscheinend bieten die Sojabohnen für den Nachwuchs ausreichend Schutz vor Greifvögeln.

In dieser Woche hat Naya auch endlich zugelegt und ist auf eine Höhe von bis zu 65 cm gewachsen. Die Sorten, die am höchsten sind, sind momentan Merlin, Moravians und Sultana, die teilweise zwischen 80 bis 90 cm hoch sind. Lissabon legte auch zu und ist jetzt 75 cm hoch. Aber die Höhe sagt eigentlich nicht viel aus, wenn nicht gleichzeitig der Hülsenansatz passt, da Blätter und Stängel nicht verkäuflich sind…

Beim Hülsenansatz schreiten die Sorten allesamt voran. Die ersten Hülsen entwickeln sich schon im unteren Bereich, während die Pflanzen weiter oben immer noch blühen. Am weitesten fortentwickelt sind die unteren Hülsen bei Bohemians, gefolgt von Merlin, Alligator und Capnor. Auch Moravians hat schon relativ große Hülsen entwickelt, wenn auch nicht so viele wie die anderen Sorten. Jedoch ist nicht zu vergessen, dass Moravians das höchste Tausendkorngewicht (TKG) mit etwa 230 g hat, so dass für einen guten Ertrag nicht so viele Hülsen notwendig sein werden. Wie weit die unteren Hülsen schon entwickelt sind, scheint ein Merkmal der Frühreife zu sein. Denn bei Silesia und Naya sind sie bis jetzt am wenigsten entwickelt.

Zur Verzweigung ist zu sagen, dass Silesia und Capnor sich bis jetzt am meisten verzweigt haben. Jedoch sind die Sorten in ihrer Wuchshöhe bisschen kleiner geworden und zeigen schon leichte Lagerneigung.

Einen wichtigen Hinweis habe ich diese Woche noch von Herrn Dr. Reents, TU München, Weihenstephan bekommen: „Bei Soja spricht man von Hülsen und nicht von Schoten, da Soja eine Hülsenfrucht ist!“. Dieser war mit 35 interessierten Studenten und Herrn Dr. Maidl diese Woche zu Besuch.

Impressionen

Alligator

Alligator mit Ackerwinde

Alligator Verbiss

Bohemians

Capnor

Lissabon

Merlin

Moravians

Moravians Blüte

Naya

Naya

Silesia

Sultana

Sultana

30. Juni

Donnerstag, 30. Juni 2011: Traumwetter

Von Sonntag bis Mittwoch war richtiges Heuwetter und zum Glück habe ich das auch ausgenutzt um für meine Rinder und Schafe heu zu mähen. Den Sojabohnen hat dieses Wetter auch richtig gut getan. Alle Sorten sind jetzt in der Blüh- und Hülsenansatzphase und im Boden ist ausreichend Wasser vorhanden, was auf eine gute Kornfüllung hoffen lässt.

Seit dieser Woche sind auch die ersten winzigen Hülsen bei Naya zu erkennen, nur bei Silesia habe ich noch keine gefunden. Bohemians Hülsen werden schon richtig lang und auch an den mittleren Verzweigungen hängen bei dieser Sorte schon Hülsen. Ich denke, dass dies auch ein Kriterium für die Frühreife dieser Sorte ist. Capnor, Moravians und Sultana wecken schon große Ertragshoffnungen, da sich an manchen Verzweigungen dieser Sorten bis zu sechs Blüten entwickelt haben.

Diese Woche hat Lissabon einen richtigen Wachstumsschub gemacht und hat nun die 60 cm erreicht. Die meisten Sorten sind nun fast 70 cm hoch. Am höchsten erscheint Capnor, da ihre Triebspitze immer oben ist. Laut Herrn Mayr von der Saatzucht Donau kann diese Eigenschaft bei Hagel jedoch von Nachteil sein. Nur Naya ist noch um die 45 cm hoch. Sie hat aber zum Glück nun die Reihen so gut wie geschlossen. Von Alligator wurde am Sojatag eine Breite von fünf Metern auf ganzer Länge gehackt. Eine Reihe auch mit der Fingerhacke von Kress, ansonsten mit dem gleichen Hackgerät wie beim letzten Hackgang. Wegen des niedrigen Hackrahmens standen die Bohnen relativ schief, aber nach zwei Tagen sind sie schon wieder kerzengerade. Der Ackerwinde hat dieser Hackgang geschmerzt! Es wird spannend, wie sich Alligator von der ungehackten Variante unterscheidet.

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23. bis 25. Juni

Donnerstag, 23. Juni 2011: Die ersten Hülsen!

Die Sojabohnen wachsen weiterhin sehr stark trotz der nun wechselhaften Witterung während der letzten Woche. Fast alle haben nun die Reihen geschlossen, auch die späteren Sorten wie Lissabon, Naya und Moravians. Die zunächst gebeutelte Alligator hat auch schon die Zwischenreihen überdeckt und ist von der Sorte Merlin fast nicht zu unterscheiden. Alle Sorten blühen jetzt an fast jeder Verzweigung des Stängels; hoffentlich werden sich dort richtig schöne Hülsen bilden.

An den Blüten lässt sich ableiten, wie viele Hülsen die einzelnen Sorten ausbilden werden. Am untersten Ansatz sind schon die ersten Hülsen gebildet worden. Nur Silesia und Naya weisen noch keine auf.

Von der Höhe haben sie diese Woche auch ziemlich zugelegt, Boheminas und Capnor sind schon teilweise 70 cm hoch, Sultana, Merlin und Silesia fast 65 cm, Moravians, Lissabon und Alligator 55 bis 60 cm, Naya 40 bis 45 cm. Zum Krankheitsbild habe ich nach intensiverer Nachforschung festgestellt, dass es sich um eine Bakteriose handelt, von der eigentlich jede Sorte betroffen ist. Jedoch sei diese nicht wirklich ertragsentscheidend, da ständig neue, gesunde Blätter nachwachsen. Vom Befall her kann man jedoch feststellen, dass Moravians am anfälligsten ist, gefolgt von Naya. Dann ist der Befall auf allen anderen Sorten relativ ähnlich. Eine Ausnahme ist Sultana, sie macht nämlich den gesündesten Eindruck. Vielleicht sind auch noch andere Krankheiten zu finden, aber am kommenden Samstag sind auch Sojaspezialisten aus der Züchtung zum Sojatag anwesend, dann werden die Sorten ganz genau analysiert!

Samstag, 25. Juni 2011: Sojatag!

Der Sojatag zusammen mit Naturland hat zum Glück gut geklappt. Man glaubt gar nicht, wie viel Arbeit in der Vorbereitung und Organisation eines solchen Tages steckt. 70 Leute waren bei den Vorträgen im Dasinger Bauernmarkt und etwa 120 bei der anschließenden Feldbesichtigung am Nachmittag.

Toll war der Besuch der ganzen Pflanzenzüchter, die am Feld ihre Sorten präsentierten und auf fast alle Fragen eine Antwort parat hatten. Auch hochkarätiger Besuch aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium, der Bundesanstalt für Landwirtschaft und der LfL war vor Ort. Josef Niedermaier hat seine ganzen Maschinen aufgebaut und präsentiert. Die anwesenden Fachleute haben ein Lob ausgesprochen, wie gut die Sojabohnen da standen. Das war ein großartiger Tag, die Organisation hat sich gelohnt und ich bedanke mich bei allen, die in irgendeiner Weise mitgeholfen haben. Vor allem Anja Baumert ist ein herzlicher Dank für die Organisation des Programms auszusprechen. Ein herzliches Vergelts Gott auch an "Unser Land" für den Stand zum Mischfruchtanbau und allen Teilnehmern, die an dem Tag hier waren!

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16. Juni

Letzte Woche blühten am Rhein bereits die ersten Sojabohnen, beim Versuch in Kissing waren zu diesem Zeitpunkt noch keine Blüten zu sehen. Doch diese Woche – tatsächlich, sie blühen! Alle Sorten zeigen schon erste Blüten. Sie sind sehr klein, je nach Sorte weiß, lila oder leicht rosa und auf den ersten Blick nicht zu erkennen.

Die Sorten sind in dieser Woche enorm gewachsen. Die 50 cm-Marke haben die meisten – bis auf Naya, Lissabon und Alligator – überschritten. Moravians, Silesia, Capnor und Bohemians erreichen fast die 60 cm. Nur Naya hat einen sehr starken Stiel ausgebildet und wächst bei 30 cm Höhe nun gemächlich in die Breite. Lissabon und Alligator haben im Vergleich zu dieser Sorte gut zugelegt. Außer bei Naya, Alligator und Lissabon sind die Reihen nun richtig geschlossen. Hoffentlich kann man bei der Sorte Alligator beim Sojatag nächste Woche noch gut hacken.

Bei jeder Sorte, bis auf Sultana, sind leicht welke Blätter mit gelblichen Punkten zu sehen. Der Grund dafür ist weiterhin unbekannt.

Nach dem Fotografieren der Bohnen gab es am Abend einen kräftigen Platschregen in Kissing; innerhalb von fünf Minuten hat es neun Liter pro Quadratmeter geregnet. Die Bohnen sind nun jedoch so weit entwickelt, dass ihnen kaum mehr was anhaben kann, außer vielleicht starker Hagel. Und der wird hoffentlich vor dem Sojatag am 25. Juni nicht kommen!

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9. Juni

Donnerstag, 9. Juni 2011

In den fünf Tagen nach dem Hacken hat es in Kissing insgesamt ca. 15 Liter geregnet. Der Tag nach dem Hacken war zum Glück warm und trocken, so ist das meiste Unkraut verdorrt. Manche Sorten sind in dieser Zeit enorm gewachsen und kurz vor Reihenschluss. Ziemlich überraschend war die Sorte Capnor, die zunächst kleiner und buschig war, jetzt aber nahezu 40 cm hoch geworden ist. Bohemians bewegt sich schon auf die 50 cm zu. Alligator hat auch zugelegt und ist von Merlin nun schwer zu unterscheiden. Naya wächst noch am langsamsten und ist diese Woche mehr in die Breite gewachsen als in die Höhe. Auch Lissabon wächst jetzt schneller und ist nun ca. 30 cm hoch.

Zum Teil weisen Löcher in Blättern der Sojabohnen auf einen leichten Hagel hin, dessen Zeitpunkt Ludwig Asam leider nicht mitbekommen hat. Aber diese sind im Anteil sehr gering und in dieser Wachstumsphase eigentlich nicht ertragsentscheidend. Die Blätter von Moravians und Naya zeigen teilweise leichte Verkräuselungen, die Ursache dafür muss jedoch noch herausgefunden werden.

Zum Unkraut:

Innerhalb der Reihen befinden sich noch stellenweise Unkräuter, v.a. Ackerhohlzahn und Distel, die eventuell am Wochenende per Hand bereinigt werden. Weißer Gänsefuß und Melde sind kaum enthalten, jedoch stellenweise Klettenlabkraut. Dieses ist zum Teil sehr stark gewachsen, buschig und sehr schlecht mit der Hand zu bereinigen, genauso die Ackerwinde. Das Klettenlabkraut hat in unmittelbarer Nähe eine starke wachstumsmindernde Wirkung auf die Sojabohne.

Lesen Sie mehr dazu in der Schlagkartei und Niederschlagsliste (pdf-Datei).

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28. Mai bis 5. Juni

Donnerstag, 2. Juni 2011

Gestern hat es bei einem starken Schauer innerhalb von zehn Minuten 20 Liter geregnet. Über Nacht gab es nochmals 20 Liter Niederschlag. Nach der heutigen Besichtigung ist klar, dass die Bohnen schnellstmöglich gehackt werden müssen. Vor allem die Alligator, in der sich das Unkraut, hauptsächlich Ackerwinde und Disteln, wieder gut ausgebreitet hat, muss dringend gehackt werden, was aufgrund der Nässe derzeit nicht möglich ist. Frühestens am Samstag wäre ein Hackgang möglich. Allerdings ist weiterhin wechselhaftes Wetter für die kommenden Tage vorausgesagt.

Die Bohnen wachsen jetzt sehr schnell und intensiv, jede bekommt ihre eigene Form. Merlin ist vom Wuchs her vorne mit dabei, jedoch sind Bohemians, Moravians und Silesia höher/buschiger. Auch Capnor und Sultana sind gut gewachsen, jedoch mehr in die Breite als in die Höhe. Capnor drückt auch die Disteln, die mit ihr in der Reihe stehen, stark nach außen. Lissabon, Alligator und Naya wachsen langsamer, bekommen jedoch jetzt auch ein Profil. Interessant ist es auch, die Sojabohnensorten von oben zu betrachten. So decken Capnor und Sultana den Boden gut ab, wohingegen Silesia eher lichtdurchlässig ist.

Samstag, 4. Juni 2011

Nachdem der Wetterbericht für nächste Woche Regen und wechselhaftes Wetter voraussagt und es vielleicht heute Abend gewittert, wurde heute noch gehackt. Das war wichtig, da manche Sojasorten, wie Bohemians, Silesia, Moravians, Merlin und vielleicht Capnor und Sultana schon in ein bis zwei Wochen die Reihen schließen werden. Es stehen eigentlich alle Sorten in einem satten Grün da, nur die Lissabon ist noch hellgrün.

Zum Hackvorgang

Generell sollten die Pflanzen ca. 15 cm hoch sein, wenn man mit Häufelscheiben arbeitet und die Reihen leicht anhäufelt. Bei diesem Hackvorgang wurde mit dem gleichen Hackgerät wie das letzte Mal gehackt. Dieses Mal wurden alle Elemente der Geräte genutzt, vor allem die Häufelscheiben am vorderen Hackgerät. Das hat zum einen die Funktion einer Dammbildung an die Sojabohnen und zum anderen wird das Unkraut innerhalb der Reihen verschüttet. Manche Unkräuter, wie Disteln, in der Reihe waren leider schon zu groß, so dass diese nicht verschüttet wurden und mit der Sojabohne um Nährstoffe konkurrieren. Ein weiterer Vorteil des Damms ist, dass man mit ihm eventuell einen schneller erwärmenden Effekt und eine bessere Entwicklung der Knöllchenbakterien erreicht. Beim Hackgang wurde auch das hintere Gerät eingesetzt, so dass die Fahrspuren nun gelockert sind. Das Lockern sorgt für eine gute Durchlüftung und hoffentlich für ein weiterhin gutes Wurzelwachstum. Wenn alles sauber eingestellt ist, dann arbeiten alle Elemente der Maschine sehr gut zusammen. Ein großer Dank gilt hier Herrn Josef Niedermaier.

Lesen Sie mehr dazu in der Schlagkartei und Niederschlagsliste (pdf-Datei).

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19. bis 27. Mai

Dienstag, 24. Mai 2011

Am Sonntag hat es nach einem letzten Regen am Donnerstag nochmals 6,5 Liter geregnet. Bei dieser leicht "feuchten" und warmen Witterung wachsen die Sojabohnen nun richtig schön weg. Auch die Fraß-, Frost- oder Striegelschäden wachsen raus und die Pflanzen erholen sich gut. Ist zum Beispiel der Keimtrieb abgebissen, so bildet die Sojabohne bei intakten Keimblättern zwei Seitentriebe, von denen jetzt die Blätter erkennbar sind. Konventionelle Soja-Bestände müssen momentan Spritzschäden verarbeiten, aber davon bleiben die ökologisch angebauten zum Glück verschont. Die Hasen und Tauben lassen die Bestände nun auch in Frieden.

Bei den Sorten erkennt man mittlerweile schon richtig schön die ersten Unterschiede. Merlin und Bohemians wachsen mehr in die Höhe, Capnor und Sultana breiten sich am Boden aus, Moravians wächst so richtig in einen runden "Büschel". Naya und Alligator holen gut auf und Silesia ist so richtig grün.

Zum Striegeln

Das Striegeln hat keimende Unkräuter fast vollständig erwischt und den Bohnen so gut wie nicht geschadet. Beim letzten Hackgang fand eine leichte Anhäufelung statt, die dadurch wieder eingeebnet wurde. Somit kann beim nächsten Hackdurchgang, der nächste, spätestens übernächste Woche bei dem jetzigen schnellen Wachstum stattfinden wird, optimal durchgeführt werden. Die Pflanzen können dann stärker angehäufelt werden, so dass auch Unkräuter in den Reihen besser erfasst werden. Teilweise wurden gestern noch Disteln aus den Reihen der stark verunkrauteten Alligator gezogen, damit diese bis zum Sojatag am 25. Juni durchhält.

Freitag, 27. Mai 2011

Die Sortenunterschiede werden prägnanter. Jetzt erkennt man immer deutlicher, wo die eine Sorte endet und die nächste beginnt. Bohemians, Moravians und Merlin sind schon fast 15 cm hoch. Alligator hat jetzt auch ziemlich aufgeholt. Naya - übersetzt die "Langsamere" - wächst gemächlich und bekommt langsam ein Profil. Sultana und Capnor schauen sich etwas ähnlich, wachsen eher tief, machen gut dicht und wachsen eher in die Breite. Silesia wächst relativ schnell und wird wie Lissabon jetzt buschiger. Beim Unkraut überragen höchstens Disteln die Sojabohnen. Sehr unangenehm ist auch die Ackerwinde, wenn diese innerhalb der Bohnenreihe ist, da diese sie richtig umschlingt und überwächst. Vielleicht ist dieses Unkraut, wenn es sehr häufig vorkommt, sogar noch ertragsdezimierender als die Distel oder die Melde. Mit Wasser sind die Bohnen auch wieder versorgt, heute Nacht hat es acht Liter geregnet und unter Tags zehn Liter!

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14. bis 18. Mai

Zum Striegeln von Sojabohnen

Striegeln von Sojabohnen, die aufgegangen sind, ist generell möglich, sobald die beiden Keimblätter sich ausgebreitet haben und das erste Blattpaar herausspitzt. Es gilt, dass man in dieser Phase eine mittlere Striegelstärke wählt und mit einer Geschwindigkeit von ca. fünf km/h. Bei der Einstellung muss man sich an dem Großteil des Bestandes orientieren, der das gleiche Entwicklungsstadium hat. Man muss rechtzeitig striegeln, auch wenn 20 % der Sojabohnen nicht soweit entwickelt sind, damit man die Samenunkräuter erfasst. Dadurch bleibt auch der ein oder andere Hackdurchgang erspart, der deutlich mehr Arbeitszeit kostet.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Nachdem sich die Disteln und andere Wurzelunkräuter an manchen Stellen des Ackers ziemlich ausbreiteten, wurde entschieden, zu hacken. Leider sind die Sojabohnen noch keine zehn cm hoch und teilweise soweit abgebissen, dass nur noch die Keimblätter dran sind. Deswegen wurden die Häufelscheiben hochgestellt, damit kaum eine Anhäufelung an die Reihen stattfand. Somit hat es das Unkraut an den Reihen kaum erwischt. Nach dem Hacken ist auch die Alligator wieder einigermaßen ansehnlich. Nur dauert das Hacken ziemlich lang. Mit 35er Geräteträger und einem 2,5 m breiten Hackgerät benötigt man pro ha je nach Schlag 1,5-2 Stunden.

Striegel- und Frostschäden sind noch erkennbar, aber teilweise schon wieder rausgewachsen. Der Niederschlag war für die lange Trockenperiode zu wenig. Da die Pflanzen sehr eng in der Reihe stehen, werden sie in den nächsten Tagen sehr stark um Wasser und Nährstoffe konkurrieren.

Lesen Sie mehr dazu in der Schlagkartei und Niederschlagsliste (pdf-Datei).

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4. bis 13. Mai

Mittwoch, 4. Mai 2011

In der Nacht von Montag auf Dienstag hat es sieben Liter geregnet. Allerdings haben die Bohnen am Mittwoch Morgen etwas Bodenfrost abbekommen, es hatte am Morgen bis zu -3°C. Laut Sojafördering halten diesen die Keimlinge jedoch aus.

Samstag, 7. Mai 2011

Nach drei Tagen mit leichten Bodenfrösten zeigen manchen Sorten leichte bis mittlere Frostschäden, die ein Vergilben/Absterben des ersten gefiederten Blattpaares verursachen. Teilweise wird Hasenfraß auf den Versuchsfeldern beobachtet.

Der Versuch wurde erneut gestriegelt, wobei einzelne Pflanzen herausgerissen wurden. Außerdem ist zu beobachten, dass das Saatgut in den Reihen wegen Wassermangel teilweise unterschiedlich aufgegangen ist. Verschiedene Pflanzen wurden auch schon beim Blindstriegeln beschädigt. Jedoch müssen diese Schäden in Kauf genommen werden, um den Bestand frei von Samenunkräutern zu halten. Vereinzelt befinden sich Distelverunkrautungen im Feld, die teilweise mit der Hand gehackt wurden. Ansonsten ist der Bestand relativ unkrautfrei, vor allem im Hinblick darauf, dass auch bereits im Vorjahr Soja angebaut wurde. Die Alligator ist am stärksten verunkrautet, da sie auf einem Nebenschlag steht, dessen Vorfrucht Mais war. Aus diesem Grund wurde sie stärker gestriegelt. Ein gesonderter Hackgang für diese Sorte mit einem besonderen Hackgerät ist spätestens am Sojatag (25. Juni) geplant.

Montag, 9. Mai 2011

Heute wird Kleegras gesät, jeweils sechs m für die Vorbeete, um die Bohnen sauber dreschen zu können. Auch der anliegende Acker wird mit Kleegras besät werden.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Heute hat es erneut drei Liter geregnet; sehr gut wäre noch mehr Regen. Einige Sorten wurden durch das viele Striegeln etwas in Mitleidenschaft gezogen, v.a. die Alligator, die wegen der stärkeren Verunkrautung stärker gestriegelt wurde. Gestern wurden von jeder Sorte Fotos gemacht, auf denen schon die ersten Unterschiede erkennbar sind. Vor allem die Blattform unterscheidet sich zwischen den Sorten. Die Jugendentwicklung in den nächsten Wochen ist entscheidend!

Freitag, 13. Mai 2011

Die ersten Sortenunterschiede sind bereits erkennbar: Bohemians, Merlin, Silesia und Moravians machen den Eindruck, relativ schnell zu wachsen. Lissabon, Naya, und Alligator entwickeln sich etwas langsamer. Sultana und Capnor sind eher im Mittelfeld. Bei ca. 20 % der Pflanzen sind leichte Striegel- oder Frostschäden zu sehen, wobei nicht genau feststellbar ist, welcher Schaden verursacht wurde. Dabei ist aber nur das erste Blattpaar geschädigt oder nicht entwickelt und die meisten Bohnen treiben schon den zweiten Blattansatz aus, der oft sogar drei Blätter enthält.

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29. April

Freitag, 29. April 2011

Vor der Saat wurden schon verschiedene Maßnahmen mit Federzahnegge und Grubber durchgeführt, um einen unkrautfreien Acker zu bekommen. Aufgrund der warmen und trockenen Aprilwitterung und einer sehr schnellen Erwärmung der Bodentemperatur auf 10°C war der Saattermin in diesem Jahr mit dem 19. April relativ früh. Die Sojabohnen wurden mit einem Einzelkornsähgerät auf 50 cm Reihenabstand gepflanzt. Wegen der Trockenheit wurden die Bohnen in fünf cm Tiefe abgelegt und zusätzlich ein fünf cm hoher Damm über jede Saatgutreihe gelegt. Der Damm wurde mit nachlaufenden Hohlschutzscheiben an der Sähmaschine geformt. Zusätzlich bietet er den Vorteil, dass man ihn gut im Vorauflauf abstriegeln und somit eine gute Unkrautbekämpfung durchführen kann. Jedoch ist man dabei verpflichtet, ihn abzustriegeln, damit die Triebkraft des Keimlings ausreicht, um aus dem Boden auszutreiben.

Die anhaltend warme Witterung hat dafür gesorgt, dass das Saatgut schon gekeimt hat (Stand 29. April). Die Trockenheit im Acker könnte jedoch eventuell für einen ungleichmäßigen Feldaufgang führen. Zum Glück hat es am Mittwoch, den 27. April, fünf Liter geregnet. Vielleicht kann man nächste Woche schon die ersten Pflanzen an der Oberfläche sehen.

Lesen Sie mehr dazu in der Schlagkartei (pdf-Datei).

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