Verwertung allgemein.
Fütterungsempfehlungen.
Qualitätsparameter.
Aufbereitungsverfahren.
Anlagen in Deutschland.
Haltbarkeitsversuche.
Aktuelles
Neu: Soja-Fütterungsfibel zum kostenfreien download verfügbar
Info: Sojaaufbereitungsanlagen in Deutschland
Info: Die Soja Praxistipps stehen zum Download bereit. Sie geben einen schnellen Überblick darüber, was beim konventionellen (.pdf) und ökologischen (.pdf) Sojaanbau zu beachten ist.
Verwertung von Sojabohnen
Soja wird für die Fütterung und für die Lebensmittelherstellung verwendet. Die wichtigste Qualitätsanforderung ist für beide Verwendungszwecke die Freiheit von gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Außerdem gilt in Deutschland ein Standard-Wassergehalt von 9%. In der Praxis werden auch in Deutschland, je nach Erfasser, Wassergehalte zwischen 12 und 14 Prozent akzeptiert.
Achtung: Die Vermarktung sollte bereits vor der Aussaat geklärt sein. Optimal ist der Vertragsanbau.
Anforderungen für die Lebensmittelverarbeitung
Rohproteingehalt in der Trockensubstanz:
- 42 bis 45 Prozent bei Eiweißlöslichkeit von über 90% (Tofuhersteller)
- 40 Prozent (Verarbeiter Sojavollfettmehl)
- Anforderungen an Reinheit, Bohnenfarbe und Steinfreiheit je nach Verwendungszweck bzw. Verarbeiter.
Verwertung in der Fütterung/Toasten
Sojabohnen enthalten in der Regel ca. 18 bis 20 Prozent Öl (Fett), ca. 30% Kohlenhydrate sowie rund 40% Eiweiß und sind daher ein hochwertiges Futtermittel. Das Eiweiß der Sojabohne hat eine hohe biologische Wertigkeit.
In der Schweine- und Geflügelfütterung ist eine Verfütterung roher Sojabohnen jedoch, aufgrund der eingeschränkten Eiweißverfügbarkeit, durch das Vorhandensein von Trypsinhemmstoffen (Eiweißblocker) nicht sinnvoll. Soja muss deshalb zur Inaktivierung der Trypsinhemmstoffe wärmebehandelt werden, z.B. durch Toasten oder Extrusion. Dadurch wird eine bessere Verdaulichkeit und Verwertbarkeit des Proteins erreicht. Auch in der Züchtung gibt es Bemühungen, den Gehalt an diesen Hemmstoffen zu reduzieren.
In der Rinderfütterung können auch ungetoastete (rohe) Sojabohnen verfüttert werden. Ab 150 bis 200 kg Lebendgewicht sind Wiederkäuer in der Lage, das Eiweiß in der Sojabohne aufzuschließen. Bei der Verfütterung sind der gegenüber von Sojaextraktionsschrot erhöhte Fettgehalt sowie ein in der Regel etwas geringerer Eiweißgehalt zu beachten. Deshalb gilt auch eine Begrenzung auf ein bis zwei Kilogramm in der Ration.
Sojabohnen sollten nur in Rationen von zwei bis drei Tagen vorgeschrotet werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die geschroteten Bohnen, insbesondere bei warmem Wetter, ranzig werden.
Vermarktungsschancen
Öko-Soja für Lebensmittel (Tofuhersteller) und die Fütterung ist von verschiedenen Lebensmittelfirmen und den Marktgesellschaften der Ökoverbände sehr gesucht. Wegen der hohen Anforderungen empfiehlt sich hier der Abschluss von Anbau- und Lieferverträgen.
In Baden-Württemberg und Bayern werden von Handel und Genossenschaften (ZG) Anbauverträge für konventionell angebaute Futtersoja angeboten. In geringerem Umfang werden auch Verträge für die Herstellung von Lebensmitteln angeboten. In Bayern gibt es darüber hinaus auch einen Markt für konventionelle und ökologische Ware aus regionalem Anbau (z.B. "Unser Land").
In allen Fällen ist die Verwendung von gentechnisch nicht verändertem Saatgut Pflicht. Vorsicht bei Saatgutimporten aus Übersee!
Im konventionellen Anbau hängen die Preise und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Soja als Marktfrucht in stärkerem Maße vom Weltmarktpreis für Sojaprodukte ab als im ökologischen Anbau. Darüber hinaus beeinflussen die Preise für die wichtigsten Konkurrenten in der Fruchtfolge - Körnermais und Weizen - die Wettbewerbsfähigkeit des Sojaanbaus in erheblichem Maße.

