Aktuelles
Neu: Soja-Fütterungsfibel zum kostenfreien download verfügbar
Info: Sojaaufbereitungsanlagen in Deutschland
Info: Die Soja Praxistipps stehen zum Download bereit. Sie geben einen schnellen Überblick darüber, was beim konventionellen (.pdf) und ökologischen (.pdf) Sojaanbau zu beachten ist.
Quelle
Diese Anbauanleitung wurde mit der Unterstützung des Sojaförderrings erstellt.
Unkraut
Soja neigt wegen ihrer langsamen Jugendentwicklung zu starker Verunkrautung. Deshalb ist eine erfolgreiche Unkrautkontrolle entscheidend für den Anbauerfolg. Dies gilt insbesondere für Schläge mit hohen Maisanteilen in der Fruchtfolge, dort ist ein starker Unkrautdruck vor allem durch Wärme liebende Spätkeimer (Gänsefuß- und Hirsearten) gegeben. Die Soja reagiert auf diese Konkurrenz mit empfindlichen Ertragsverlusten. Außerdem kann Unkrautbesatz die Qualität des Ernteguts beeinträchtigen.
Zur Unkrautregulierung sollten neben der direkten Bekämpfung in Soja alle Maßnahmen zwischen der Ernte der Vorfrucht und der Sojabestellung darauf abzielen, den Unkrautbesatz zu verringern: z. B. Zwischenfruchtanbau, Stoppelbearbeitung der Vorfrüchte (nach der Ernte sehr flach Schälen, um Unkräuter zum Keimen zu bringen) und Bodenbearbeitungsmaßnahmen vor der Saat (Abschleppen).
Mechanische Regulierungsmaßnahmen (Öko-Sojaanbau)
Im Öko-Sojaanbau kommen wegen der geringen Konkurrenzkraft der Sojabohne nur schwach verunkrautete Flächen infrage. Soja sollte optimalerweise nach Wintergetreide stehen, da der Unkrautdruck dann noch am geringsten ist. Ungünstige Vorfrüchte sind Mais und andere Sommerungen mit starker Folgeverunkrautung. Der mehrmalige Einsatz mechanischer Unkrautregulierungsverfahren ist einzuplanen. Aufgrund der letztendlich begrenzten Wirkung der mechanischen Verfahren besteht das Risiko von Ernteverlusten bei sehr starkem Unkrautdruck.
- Vor der Aussaat: Zwischenfruchtanbau, eine nicht zu frühe Aussaat und das Abschleppen des Saatbeetes reduzieren den Unkrautdruck. Empfohlen wird ein Reihenabstand, der den Einsatz der Maschinenhacke erlaubt.
- Vor dem Auflaufen der Sojabohnen: Blindstriegeln kann kleine Unkrautpflänzchen freilegen oder zuschütten.
- Während des Auflaufs: Ersten Hackdurchgang zwischen den Reihen (mit Hohlschutzscheiben) so früh wie möglich einsetzen, am Besten während des Auflaufens. Um die Fahrgassen nicht zu verwischen, sollte hier ggf. auf das Blindstriegeln verzichtet werden.
In der Regel sind mindestens zwei bis drei Hackdurchgänge erforderlich: In der Regel wird ein zweiter oder dritter Hack-Durchgang innerhalb der ersten vier bis sechs Wochen nach der Saat notwendig, z.B. mit Hackstriegel oder Scharhacke. Gegebenenfalls kann der dritte und vierte Hackgang mit Torsionshacke, Fingerhacke (Finger greifen in die Reihen seitlich ein) oder Flachhäufler-Hacke ergänzt werden. Beim letzten Hackdurchgang ist leichtes Häufeln möglich. Starkes Anhäufeln führt zu Ernteverlusten wegen des tiefen Hülsenansatzes. Deshalb sind auch Bodenunebenheiten möglichst zu vermeiden. - Nach dem Auflaufen: Durch Striegeln nach dem Auflaufen bei ca. 10 bis 12 cm Sojahöhe bzw. wenn ein dreifiedriges Blatt entfaltet ist, können auch Unkräuter in der Reihe teilweise erfasst werden. Nach dem Auflaufen sind jedoch beim Striegeln Pflanzenschäden und Bestandesausdünnungen je nach Geräteeinstellung, Boden- und Kulturzustand nicht auszuschließen. Ist das Striegeln nach dem Auflaufen geplant, muss deshalb die Saatdichte etwas erhöht werden. In Versuchen war der Striegeleinsatz bei 10 bis 12 cm Sojahöhe noch ausreichend kulturverträglich, während schon bei 20 cm Pflanzenhöhe etwa 10% Bestandesausdünnungen auftraten. Durch Striegeln konnte der Unkrautbesatz zwar etwas reduziert werden, aufgrund des meist starken Unkrautdrucks reichte aber die Bekämpfungswirkung bei Weitem nicht aus.
- Spätverunkrautung: Problemunkräuter wie Weißer Gänsefuß und der giftige Schwarze Nachtschatten (führt zu erheblicher Verschmutzung) müssen gezielt bekämpft, beziehungsweise notfalls mit der Handhacke (z.B. bei Disteln, Winden) bereinigt werden.
Aus der Forschung: Schweizer Versuche zur mechanischen Unkrautregulierung in der Saatreihe von Soja
Auch in der Schweiz werden Sojabohnen werden bisher nur von wenigen Bio-Landwirten angebaut. Grund dafür sind die langsame Jugendentwicklung und die damit im Ökolandbau verbundenen Herausforderungen für eine wirtschaftliche und gleichzeitig wirksame Regulierung der Begeleitflora, insbesondere in den Sojareihen. Unter Leitung von Jürg Hiltbrunner wurden am Agroscope Reckenholz-Tänikon Versuche zur Wirkung von drei verschiedenen Unkrautregulierungsgeräten auf zwei in die Sojareihen eingesäten Pflanzenarten durchgeführt. Getestet wurde die Wirkung von Fingerhacke, Torsionshacke und Sriegel auf Rübsen zur Simulation eines schnell wachsenden und konkurrenzstarken Beikrautes, und auf Phacelia zur Simulation eines weniger konkurrenzstarken Beikrauts.
Im Mittel von drei Jahren konnte nach zwei Durchgängen der Bodenbedeckungsgrad von Phacelia um 17 (mit dem Striegel) mit 45 Prozent (mit der Fingerhacke) vermindert werden. Wurden die Maschinen in Kombination eingesetzt, verstärkte sich der Effekt und führte im besten Verfahren mit Fingerhacke und Striegel zu einer Reduktion von 60 Prozent. Ein vergleichbarerer Effekt mit derselben Rangfolge der Verfahren wurde für die Rübsen beobachtet. Das Verfahren Fingerhacke kombiniert mit dem Striegel hatte nicht nur die beste unkrautunterdrückende Wirkung, sondern führte zusätzliche zu einem signifikant höheren Soja-Kornertrag (2,91 t/ha) als das Kontrollverfahren (2,49 t/ha). Die Daten zeigen, dass die untersuchten Pflanzenarten in der reihe wirksam reguliert werden können und folglich auch Soja unter biologischen Bedingungen erfolgreich angebaut werden kann. Voraussetzung ist aber, dass die mechanischen Eingriffe in einem optimalen Pflanzenstadium sowie bei guten Witterungs- und Bodenbedingungen erfolgen können.
Der vollständige Versuchsbericht (.pdf) kann auf englischer Sprache nachgelesen werden.
Chemische Unkrautbekämpfung im konventionellen Anbau
- Am effizientesten im Vorauflauf sind Sencor WG (0,3-0,4 kg/ha, nicht bei Sorten Daccor und Quito!) und Stomp Aqua (1,5 l/ha). Wegen des durch die Anwendung entstehenden Schadrisikos muss eine Mindestsaattiefe von 5 cm und eine feinkrümlige Bodenbedeckung beachtet werden.
- Gräser im Nachauflauf: Focus Ultra (1,5-2,0 l/ha), Fusilade Max (0,75-1 l/ha).
- Unkrautbekämpfung im Nachauflauf: Harmony SX (2 x 7,5 g/ha + 0,3 l/ha Trend, Nachauflauf 2-4 Bl. Soja, Splitting mit 10-14 Tagen Abstand) und bei Bedarf Basagran 2 mal 1 l/ha + 1 l/ha Öl (Splittingverfahren mit ca. 8 Tagen Abstand, Ölzusatz, z.B. zur 2. Behandlung). Die erste Behandlung erfolgt ab Stadium “1. bis 3. Sojafiederblatt sichtbar“ (ca. 5 cm Wuchshöhe). Basagran ist u.a. in Wasserschutzgebeiten und bei karstigem Untergrund verboten!
- Derzeit besteht keine ausreichende chemische Bekämpfungsmöglichkeit von Ackerwinde und Ackerdisteln.

