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Neu: Soja-Fütterungsfibel zum kostenfreien download verfügbar

Info: Sojaaufbereitungsanlagen in Deutschland

Info: Die Soja Praxistipps stehen zum Download bereit. Sie geben einen schnellen Überblick darüber, was beim konventionellen (.pdf) und ökologischen (.pdf) Sojaanbau zu beachten ist.

Quelle

Diese Anbauanleitung wurde mit der Unterstützung des Sojaförderrings erstellt.

Düngung

Konventioneller Anbau

Grunddüngung

Die Höhe der P-, K- und Mg-Düngermenge wird bemessen nach dem Nährstoffentzug durch Abfuhr und der Nährstoffgehaltsklasse des Bodens. Die Nährstoffabfuhr ergibt sich aus der Ertragserwartung bzw. den mittleren Erträgen, multipliziert mit dem Entzug durch das Erntegut. Gemäß der Düngeverordnung ist für die Düngebedarfsermittlung eine Bodenuntersuchung auf P auf allen Ackerschlägen ab einem Hektar mindestens alle sechs Jahre erforderlich. Bei dieser Gelegenheit empfiehlt sich auch die Untersuchung auf Kalium und den pH-Wert. Liegen die Bodenuntersuchungsergebnisse vor, kann der Düngebedarf schlagspezifisch berechnet werden.

Phosphor-, Kalium- und Magnesiumentzüge in kg/dt Sojabohnen
  P2O5 K2O MgO
gesamt 2,8 5,7 1,7
Erntegut (Korn) 1,5 1,7 0,5
Ernterückstände 1,3 4,0 1,2

Bei einem Ertrag von 30 dt/ha Sojabohnen (nur Korn, Ernterückstände verbleiben auf dem Feld) ergibt sich folgende Nährstoffabfuhr:

  • 45 kg P2O5 (30 x 1,5)
  • 51 kg K2O (30 x 1,7)
  • 15 kg MgO (30 x 0,5)

Berechnung der Gesamtdüngermenge bei Phosphor, Kali und Magnesium:

Bei Phosphor wird für die Bodengehaltsklasse A (sehr niedrig) ein Zuschlag in Höhe von 60 bis 90 kg/ha und bei B (niedrig) von 40 bis 60 kg/ha berechnet. Bei Kalium: Zuschlag von 40 bis 100 kg/ha in A und 50 bis 75 kg/ha in B. Bei Kalidüngung im Frühjahr sulfatische Düngemittel bevorzugen.

Bei Magnesium: Zuschlag von 60 kg/ha in A und 30 kg/ha in B.

In der anzustrebenden Gehaltsklasse C wird die abgeführte Nährstoffmenge gedüngt.

In der Gehaltsklasse D (hoch) wird als Düngung noch die Hälfte der Abfuhr empfohlen und in Bodengehaltsklasse E (sehr hoch) ist keine Düngung notwendig.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass eine Grunddüngung zu Sojabohnen meist keine Mehrerträge bringt, wenn der Boden nicht stark unterversorgt ist. Die Grunddüngung kann deshalb im Rahmen der Fruchtfolge zu Kulturen mit einem größeren Bedarf und positiverer Ertragsreaktion gegeben werden.

Bor

Blattdüngungsmaßnahmen, z.B. 2 kg/ha Solubor, sind bei geringer Borversorgung des Bodens (Gehaltsklasse A und B) sinnvoll. In der Regel sind Spurenelemente aber nicht ertragsbegrenzend.

Stickstoff

Grundsätzlich wird Soja nicht mit Stickstoff gedüngt! Eine N-Gabe von 50 bis 80 kg (bei Beregnung auch 120 kg/ha) Stickstoff ab Blüte in einer oder zwei Gaben ist nur zu vertreten, wenn bis zu Beginn der Blüte die Knöllchenbildung kaum oder keinen Erfolg hatte (an 30% der Sojabohnen noch keine Knöllchen) und der Bestand N-Mangelsymptome (Gelbfärbung der Blätter) zeigt.

  • Stickstoff darf niemals zur Saat gegeben werden, da sonst die Knöllchenbildung beeinträchtigt wird. Deshalb sollte auch eine organische Düngung, insbesondere mit Gülle, unterbleiben. Sie kann bei Mineralisierungsschüben nach Niederschlägen im Sommer auch zu einer verzögerten Abreife führen.
  • Sehr dünne Bestände von 00-Sorten (< 40 Pfl/) können mit gezielten N-Gaben vor der Blüte zur besseren Verzweigung angeregt werden. Jegliche N-Düngung birgt aber immer die Gefahr einer Absenkung des Rohproteingehalts im Sojakorn. Diese kann so stark sein, dass eine Verarbeitung zu Sojaschrot-Normtyp (44% Rohprotein) nicht mehr möglich ist.

Öko-Anbau

Auch für den ökologischen Anbau von Soja gilt, dass eine Ergänzungsdüngung zu Sojabohnen meist keine Mehrerträge bringt, wenn der Boden nicht stark unterversorgt ist. Die Ergänzungsdüngung kann deshalb bei Bedarf im Rahmen der Fruchtfolge zu Kulturen mit einem größeren Bedarf und positiverer Ertragsreaktion gegeben werden. Die Nährstoffsalden, die beim Sojaanbau durch die Abfuhr des Erntegutes entstehen, müssen mittel- und langfristig mit mineralischen Ergänzungsdüngern, welche laut EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zugelassen sind, ausgeglichen werden, um die Ertragsfähigkeit der Böden zu erhalten und die Produktqualität zu sichern.